Beste Reste: Brot und Brötchen (mit Rezept für vegane Blumenkohl-Bratlinge)

Wieder einmal fragt mein Mann „Was gibt es denn heute Abend?“ und ich sage „Ach, nur Reste!“. Und am Ende sind wir dann oft beide erstaunt, was doch alles Leckeres aus den „nur Resten“ entstanden ist. 

Resteverwertung ist für mich ein wichtiges Thema. Obwohl es in den Medien immer mal wieder präsent ist, enden immer noch viel zu viele Lebensmittel achtlos in der Mülltonne. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung von 2017 sind es mindestens 55 Kilogramm an Nahrungsmitteln, die jeder von uns pro Jahr wegwirft. Dabei ist die Tendenz der Lebensmittelpreise steigend und gerne hört man immer wieder Aussagen wie „Bio kann ich mir nicht leisten!“. Ja, hochwertige (Bio-)Lebensmittel sind nicht günstig. Sie tragen aber erheblich dazu bei, uns gesund zu erhalten und sparen damit wiederum durch Krankheiten enstehende Folgekosten. Denn bei der Entstehung sehr vieler Erkrankungen, insbesondere den sogenannten Zivilisationskrankheiten, spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“, erkannte schon der griechische Arzt Hippokrates (geboren 460 v.Chr.).

An der Qualität der Lebensmittel zu sparen, ist somit eher kurzfristig gedacht und verleitet eher zu einem achtlosen Umgang, denn was billig und (vom Nährstoffgehalt her) wertlos ist, wird häufig auch nicht wertvoll behandelt. Für uns ist die entscheidende Stellschraube daher die Quantität. Beim beziehungsweise vor dem Einkauf zu überlegen, was wirklich gebraucht wird, spart eine Menge Geld. 

Trotzdem kann man es nicht vermeiden, dass mal Reste übrig bleiben, denn nicht immer ist es so einfach, bei der Zubereitung der Mahlzeiten einzuschätzen, wer wieviel Hunger mitbringt. Insbesondere wenn man nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Familienmitglieder kocht, bleibt das gar nicht aus und gerade Kinder machen es uns in dieser Hinsicht oft nicht so leicht. Und so geht es dann los mit der Resteverwertung. Vieles essen wir natürlich einfach am darauffolgenden Tag nochmal oder frieren Reste ein, wenn sie sich dazu eignen. Das ist für Situationen, in denen die Zeit zum Kochen fehlt, dann immer sehr praktisch. Aus manchen Resten lassen sich aber auch ganz einfach neue Köstlichkeiten zaubern und so hat man dann nicht das Gefühl, schon wieder dasselbe zu essen. Daher habe ich mir vorgenommen, immer mal wieder einen Artikel mit themenbezogenen Tipps zur Resteverwertung zu posten, die euch vielleicht dabei helfen können, noch ein bisschen mehr das Potential zu erkennen, das in vielen Lebensmitteln steckt. 

Heute beginne ich mal mit dem Thema Brot und Brötchen. Da fallen wohl in den allermeisten Haushalten ab und zu Reste an und trocken gewordenes Brot schmeckt einfach nicht mehr gut. Es kann dafür aber super weiter verarbeitet werden, zum Beispiel zu…

Paniermehl / Semmelbröseln

Dafür müssen die Brotreste richtig gut durchgetrocknet sein. Es empfiehlt sich, sie vorher schon in kleine Stücke zu zerpflücken und dann trocknen zu lassen. Dann hat es die Küchenmaschine beim Verarbeiten zu Paniermehl nachher einfacher. Ein leistungsstarker Mixer/Blender mit S-Messer eignet sich ebenfalls prima dafür. Einfach nach und nach das getrocknete Brot fein zerkleinern und in einem Schraubglas mit Deckel aufbewahren. Wenn das Brot richtig trocken war, hält sich das Paniermehl sehr lange und kann dann für viele Gerichte eingesetzt werden. 

Croutons – Leckeres Topping für Salate und Suppen

Insbesondere dann, wenn wir kleinere Mengen (so 1-2 Scheiben Brot) übrig haben, mache ich daraus sehr gerne Croutons. Das alte Brot wird in kleine Würfel geschnitten und in einer Pfanne in zerlassener Butter und mit ein wenig Kräutersalz knusprig gebraten. Diese Variante der Resteverwertung ist wirklich ratzfatz gemacht und ergibt dann ein leckeres Schmankerl für Salate und Suppen.

Bratlinge

Als Zutat für Bratlinge eignen sich Brot- und Brötchen-Reste ebenfalls prima. Dafür wird das Brot für ca. eine halbe Stunde in Wasser eingeweicht und dann abgegossen und ausgedrückt. Ich habe schon verschiedene Varianten dieser „Brot-Bratlinge“ ausprobiert und besonders gut schmecken uns die Blumenkohl-Bratlinge, daher möchte ich euch dieses Rezept gerne verraten. 

Blumenkohl-Bratlinge (vegan)

für ca. 20 Bratlinge
Gericht: Hauptgericht

Equipment

  • Küchenmaschine mit S-Messer

Zutaten

  • ca. 600 g Blumenkohl
  • 3 EL gemahlene Leinsamen
  • ca. 120 g altes Brot
  • 1 EL Gemüsebrühpulver
  • 1 EL Sojasauce
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Vollkorn-Paniermehl
  • Sonnenblumenöl zum Braten

Anleitungen

  • Das Brot in Stücke zerpflücken und mit Wasser bedeckt ca. 30 Minuten quellen lassen. Dann das Wasser abgießen und das Brot ausdrücken.
  • Den Blumenkohl in der Küchenmaschine zerkleinern, bis er eine grobkörnige, reisähnliche Struktur hat.
  • Den zerkleinerten Blumenkohl mit dem Brot, den gemahlenen Leinsamen und den anderen Zutaten mit der Hand verkneten. Aus der Masse kleine Bratlinge formen und diese von beiden Seiten in Paniermehl wälzen.
  • Die Bratlinge jeweils von beiden Seiten in heißem Öl in der Pfanne braten, bis sie goldbraun und knusprig sind.
    Rezept by www.gruene-familie.de

Viel Spaß und guten Appetit beim Restevernichten wünscht euch die

Grüne Familie.

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